Karsten Dusse — Filmriss auf Immenhof
Zweimal war ich «Immenhof»-Fan: in meiner eigenen Kindheit, als der erste Fernseher kam, und später, als meine Tochter klein war. Karsten Dusse verwandelt die Idylle in einen hanebüchenen Todesfall — und Polizeipsychologin Sophia kann wegen ihres Filmrisses nicht ausschliessen, dass sie selbst die Täterin war. Ein ausserordentliches Lesevergnügen, wenn man diese eigene Art von Humor hat.
«Der Reiz der Filme übertrug sich schnell auf Sophia: Geborgenheit und einfache Werte. Idyllisches Landleben, familiärer Zusammenhalt und das freie Aufwachsen junger Mädchen. Kindlicher Optimismus, der stärker ist als die finanziellen Sorgen der Erwachsenen.»
Bei diesen Sätzen hat es mich sofort eingenommen. Zweimal war ich «Immenhof Fan»: in meiner eigenen Kindheit, als wir gerade einen Fernseher (schwarzweiss, versteht sich) bekamen und später als meine Tochter klein war. Zwar hatten wir da schon Farbe im TV, aber auf Immenhof war noch immer alles schwarzweiss.
Hach!
Wer Karsten Dusse und seinen unverwechselbaren Schreibstil aus «Achtsam morgen» kennt, kann ziemlich sicher sein, dass es sich hier um einen hanebüchenen Todesfall handelt.
Sophia als Polizeipsychologin muss sich selber hart ins Gebet nehmen, denn durch den Filmriss kann sie nicht sicher sein, dass sie nicht die Täterin war.
Völlig bekloppte Wendungen und Zufälle, von denen man meint, es gibt sie nicht, machen diesen Roman zu einem ausserordentlichen Lesevergnügen.
Wenn man, ja, wenn man diese eigene Art von Humor hat!
Verlag: Heyne | ISBN: 978-3-453-27454-9