persönlich ausgewählt von Heike Suter
Die Flut an Neuerscheinungen überrollt uns so sehr, dass viele die Lust am Lesen ganz verlieren. Vielleicht bin ich eine kleine Hilfe, denn mein Gespür für kommende Bestseller ist ungebrochen. Doch manchmal finde ich auch ein Schmuckstück unter den älteren Büchern. Es öffnet mein Herz und ich möchte so viele Leser wie möglich daran teilhaben lassen. Auf diese Weise kann der eine oder andere Titel eine Renaissance erleben...

Joël Dicker — Der äußerst katastrophale Ausflug in den Zoo
Ottos Eltern verstanden einander nicht mehr.

Klüpfel/ Kobr — Blendwerk
«In den automatisch übersetzten Texten wurde er (Kluftinger) als Rüpel, Verbrecher, Massenmörder, Gewalttäter und oberndrein noch als Lüstling tituliert.»

Joachim B. Schmidt — Kalman schweigt
«Zweifel sind wie Schimmel unterm Joghurtdeckel.

Dörte Hansen — Broder
«Man schreit nicht seinen Vater an, wenn man vom Hof getrieben wird. Man tötet ihn im Traum.

Oliver Schlick — So kalt wie Eis, so klar wie Glas
„Mein Blick fällt auf eine Schneekugel, in der ein blondes Mädchen mit rotem Mantel und roten Schlittschuhen zu sehen ist. Rot wie die Schlittschuhe in meinem Traum.

Tanja Weber — Die Flussfrau
«Die weiten Schwingen, das sichere Auf und Ab, das Schwarzweiss des Federkleids -

Christiane Wittenburg — Schatten ist für alle da!
Bilderbuch für Kinder ab 5, das spielerisch die Wichtigkeit der Demokratie angesichts des Klimawandels erklärt.

Karsten Dusse — Filmriss auf Immenhof
Zweimal war ich «Immenhof»-Fan: in meiner eigenen Kindheit, als der erste Fernseher kam, und später, als meine Tochter klein war. Karsten Dusse verwandelt die Idylle in einen hanebüchenen Todesfall — und Polizeipsychologin Sophia kann wegen ihres Filmrisses nicht ausschliessen, dass sie selbst die Täterin war. Ein ausserordentliches Lesevergnügen, wenn man diese eigene Art von Humor hat.

Eva Kranenburg — Falls jemand fragt, wer wir waren
Ein wichtiges Buch über eine Zeit, die in den Schulen gar nicht besprochen wird. Wer weiss schon noch, warum der 17. Juni ein Feiertag war?

Dave Eggers — Der Circle
„Sie war ein paar hundert Posts im Hintertreffen, und sie ackerte sich durch, indem sie auf rund siebzig Nachrichten antwortete, auf elf Einladungen zu Campusevents reagierte, neun Petitionen unterzeichnete und zu vier Produkten, die derzeit in der Betaversion getestet wurden, Kommentare und konstruktive Kritik lieferte. Um 22.16 Uhr betrug ihr Ranking 5.342 und wieder war die nächste Hürde – diesmal bei 5.000 – schwer zu überwinden.

Jan Guillou — Die Brückenbauer
„ Ihr Weg war lang gewesen, aber jetzt waren sie am Ziel. Es hätte also für die drei Brüder der glücklichste Tag ihres Lebens sein sollen, und äusserlich war auch nichts Gegenteiliges zu erkennen.

Joël Dicker — Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert
„Harry, wie weiss man, dass man immer die Kraft haben wird, Bücher zu schreiben?“ „Manche haben sie, andere nicht. Sie haben sie, Marcus, das weiss ich“ „Wie können Sie sich da so sicher sein?“

John Irving — Garp und wie er die Welt sah
Zum Wieder- und Wiederlesen!

Pierre Jarawan — Am Ende bleiben die Zedern
„Hier auf fast zweitausend Metern Höhe, kann ich zum ersten Mal das ganze Land überblicken. Zumindest kommt es mir so vor. Ein langer, hellglänzender Küstenstreifen, der nach links und rechts eine Weile lang ausläuft. Dahinter: zyanblaues Meer und die weiss beschaumten Ausläufer der ankommenden Wellen. Am Ufer: Häfen und Miniaturstädte, von denen ein silbriger Schein wie von Perlen heraufleuchtet. Grüne Felder und Weinterrassen an den Hängen.

Thommie Bayer — Fallers grosse Liebe
Herzzerreissend- mit Jaguar! Oder: Was ist grundsätzlich wichtig im Leben?

Ulrich Woelk — Der Sommer meiner Mutter
1969 – ein Jahr des Umbruchs für Tobias, seine Mutter, den Mond und noch viele andere!

Wimmer Wilkenloh — Hätschelkind
„**Vor ihm erstrahlt der Küstenstreifen in einem gedämpften Orange. Ein bedrückend schöner Anblick… Jetzt braucht hier nur noch eine Gestalt mit flatterndem Mantel auf einem hageren Schimmel vorbeizureiten, kommt es ihm in den Sinn, und er muss für einen kurzen Moment lächeln.“**

Milena Moser — Land der Söhne
Eines der fulminantesten Familiendramen, die ich je gelesen habe! Ungewöhnlich bis zum letzten Detail wird die Familiengeschichte ausgebreitet.

Ralf Rothmann — Der Gott jenes Sommers
Erschütternd eindrücklich. Ein Kind im Krieg: Anfang 1945 muss die zwölfjährige Luisa aus dem bombardierten Kiel aufs Land fliehen.

Otto Waalkes — Kleinhirn an alle
Kritiker sind im Grunde Menschen, Menschen wie Du... Ich kenne niemanden, der es so versteht viel Ausdruck in wenig Worte zu legen.

Klüpfel/Kobr — Kluftinger
Dramatisch schön! Der liebenswerte, etwas kauzige Kommissar Kluftinger bekommt Profil! Endlich werden die vielen Fragen beantwortet.

Lukas Hartmann — Ein Bild von Lydia
Ein historisches Bekenntnis. Hier in der Schweiz kennt den Namen jeder: Escher! Doch bei Lukas Hartmann geht es um seine Tochter Lydia.

Juli Zeh — Leere Herzen
Woran glaubt, wer nicht glaubt? Ein brisantes Thema, fesselnd erzählt und mit Details gespickt, die den Leser aufhorchen lassen.

Ellen Sandberg — Die Vergessenen
Manolis — Sohn eines vom Krieg traumatisierten Griechen und einer Flower-Power-Hippie-Dame — ist für mich schon jetzt eine schillernde Figur in der deutschen Unterhaltungsliteratur.
