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So kalt wie Eis, so klar wie Glas – Oliver Schlick

Cover: © Ueberreuter

Buchempfehlung · 2 Min. Lesezeit · Von Heike Suter

Oliver Schlick — So kalt wie Eis, so klar wie Glas

„Mein Blick fällt auf eine Schneekugel, in der ein blondes Mädchen mit rotem Mantel und roten Schlittschuhen zu sehen ist. Rot wie die Schlittschuhe in meinem Traum.

Als ich das Glas aus dem Regal nehme und leicht schüttle, wirbeln Schneeflocken um die Eistänzerin herum. Ich drehe die Feder im Sockel; die mechanische Melodie einer Spieluhr erklingt und die Tänzerin beginnt, sich auf dem Eis zu drehen. Ich wünschte, ich könnte solche Kugeln machen.“

Damit beginnt für Cora ein sensationelles Abenteuer. Sie ist der letzte Spross einer Familie, die sich dem traditionsreichen Handwerk des Schneekugelmachens verschrieben hat. Nicht ganz ohne Grund, denn eine alte Familiensage birgt ein fast schon vergessenes Geheimnis… Der Mythos der wilden Jagd wird auf eine berührende Weise aufgegriffen. Nicht nur, dass das Buch sackspannend ist, die Figuren einzigartig beschrieben und wirklich wunderbar erdacht – nein – es kommt auch in einem Stil daher, der seinesgleichen sucht! Voller Komik, herausragenden Formulierungen und jede Menge Slapstick erzählt Oliver Schlick das Märchen von der jüngsten Glasschneekugelmacherin. Und die Literaturwelt hat ein neues wildromantisches Liebespaar!

Ausserdem ist meine Halle der grossen literarischen Vorbilder wieder um eine Figur reicher geworden: Elsa, die selbstsichere, natürliche lakritzkauende Dorfbewohnerin hat meine volle Bewunderung.

„Jetzt krieg Dich bloss mal wieder ein, Schätzchen“, sagt Elsa und schiebt sich den Hut aus der Stirn. „Ist ja wirklich nobel von Dir, dass du dich so in die Sache reingehängt hast, dass du ihr die Kugel geklaut hast und sie Leonard Dorneyser gegeben hast und so, aber… das ist unser Kampf. Diese Eisschlampe hat es mit ihrer Kugel doch auf uns Menschen abgesehen. Höchste Zeit, dass wir endlich selbst wehren! Man kann nicht immer nur andere für sich kämpfen lassen. Leonard Dorneyser wusste das, Jacob Dorneyser wusste das – und wir haben es jetzt auch kapiert. Also mach Dir mal keine Gedanken, Schätzchen!“ Kampfeslustig beißt sie einer Lakritzmaus den Kopf ab. „Zeigen wir es dem Miststück!“

Verlag: Ueberreuter | ISBN: 978-3-7641-7043-1

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